Kurort Bad Fallingbostel
Herzlich willlkommen im Kurort Bad Fallingbostel
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Jubiläumsfestschrift

1899          bis         1999

100 Jahre
 
Verkehrsverein Fallingbostel e.V.
 
Herausgeber: Verkehrsverein Fallingbostel
Verfasser: Walter – H. Wreden
 
Quellennachweis: Unterlagen des Verkehrs- und Verschönerungsverein Fallingbostel
Protokollbücher des Verkehrsvereins
 
Dr. Brandes: Chronik Fallingbostel 1930 - 1995
 
Grußwort
 
Der Verkehrsverein Fallingbostel feiert sein hundertjähriges Bestehen.
Während die Lüneburger Heide über diese ganze Zeit eine der ersten Adressen der niedersächsischen Feriengebiete war und ist, hat sich die Gästestruktur sehr gewandelt. Anfangs waren es überwiegend Gäste aus den umliegenden Großstädten, die sich bei uns erholt haben. Mit zunehmender Mobilität kamen die Gäste, die Luftschnappers, aus immer entfernteren Gebieten. Somit wurde unser Fallingbostel - in landschaftlich einzigartiger Lage - von einem Ferienzielort, an dem sich der Gast während seines ganzen Urlaubs aufhielt, immer mehr zu einem idealen Ausgangspunkt für den Urlaub in der Lüneburger Heide. Neben den Kurbetrieben, einer anerkannt guten Gastronomie sowie ausgezeichneten Wandermöglichkeiten und idyllischen Paddeltouren auf der Böhme liegen der Vogelpark Walsrode, der Heidepark Soltau, der Serengeti Park Hodenhagen, sowie die Ginseng Flora Farm in greifbarer Nähe. Hamburg, Bremen und Hannover sind nur einen Tagesausflug entfernt.
Diese günstige Lage wird von unseren Gästen geschätzt. Gleichzeitig erwarten sie eine hohe Qualität ihres Urlaubsortes. Der Verkehrsverein Fallingbostel hat sich zum Ziel gesetzt, Einrichtungen, die der Erholung dienen, zu pflegen und zu erhalten, damit sich der Gast wohl fühlt.
Getragen wurde der Verkehrsverein Fallingbostel von den Mitgliedern, die sich immer für ihren Verkehrsverein, aber insbesondere auch für das Wohl der Bürger Fallingbostels eingesetzt haben. Dafür möchte ich allen Mitgliedern Dank aussprechen. Neue Mitglieder, die sich mit uns für unser Fallingbostel einsetzen wollen, sind herzlich willkommen.
Ich wünsche dem Verkehrsverein Fallingbostel, daß seine Zukunft so erfolgreich sein möge, wie seine hundertjährige Vergangenheit.
 
Erika Bostelmann (1. Vorsitzende), Verkehrsverein Fallingbostel
 
Vorwort
 
1899 – 1999
 
100 Jahre Verkehrsverein in Fallingbostel
 
Schon recht früh wurde erkannt, daß Fallingbostel mit seiner herrlichen Heidelandschaft, seinen Wäldern und Tälern, durchzogen von dem Böhme-Flüsschen und der grünen Lunge des Liethwaldes, viele reisefreudige Städter anlocken würde.
 
Menschen also, die schon damals naturverbunden waren, fanden sich in der lieblichen Umgebung mit den 5000 Jahre alten Begräbnisstätten „Sieben Steinhäuser“, dem Lönsgrab und den Höhen rund um den Achter- und Falkenberg mit ihren herrlichen Weitblicken ein, um Ruhe und Erholung zu finden.
 
Möglich gemacht wurde das alles mehr oder weniger erst durch den Anschluß an das Bahnnetz, denn als ab 1.Oktober 1896 die ersten Züge unseren Ort anfuhren, wurde nicht nur ganz groß im „Lieth Hotel“ gefeiert, es war vielmehr auch die Geburtsstunde des Fremdenverkehrs.
 
Waren es anfangs überwiegend Gäste aus Bremen und Hamburg, so sollten sich später dann auch die „Hannoveraner“ anschließen.
 
Die Zahl der Sommergäste nahm ständig zu und neue Hotels, Gasthäuser und Pensionen entstanden.
Durch den wachsenden Tourismus wurde dann recht bald gegenüber dem Bahnhofsgebäude eine Verkehrsauskunftsstelle errichtet.
 
Der „VERSCHÖNERUNGSVEREIN VON  1 8 9 9“ mit seinem ersten Vorsitzenden Kanzleirat Paul hatte es sich zur Aufgabe gemacht, Bänke aufzustellen, Wege neu zu erschließen, Stege über die Böhme zu errichten, Schutzhütten zu bauen und allen Gästen von Nah und Fern in zuvorkommender Weise, den Aufenthalt in Fallingbostel so angenehm wie möglich zu machen.
 
Ein großer Förderer des Fremdenverkehrs war Dr. Flebbe. Ihm zu Ehren wurde im Jahre 1923 die Liethwald-Quelle  zum Gesundbrunnen ausgebaut.
 
Die Zahl der Sommergäste nahm ständig zu und lag im Jahre 1903 bei über 1000, 1908 über 2000 und 1912 waren es 3200 Besucher, die durchschnittlich 10 Tage hier verweilten.
 
Vom anfänglichen ERHOLUNGSORT wurde bald ein LUFTKURORT, 1954 wurde Fallingbostel durch den deutschen Bäderverband  zum Luft- und KNEIPP-KURORT ernannt. 1975 erhielt es die staatliche Anerkennung als Luftkurort und seit 1977 darf sich Fallingbostel  Kneipp – Heilbad nennen.
 
Trotz der Wirren der überstandenen zwei Weltkriege und einer nun neuen Zeitepoche hat der Verkehrsverein mit einstigem Namen „Verschönerungsverein“ seine Spannkraft und Mitwirkungspflicht am Gemeinwohl in Fallingbostel nicht verloren.
 
Mehr denn je ist es notwendig, daß sich Menschen finden, um ehrenamtliche Aufgaben zu erfüllen, Verantwortung zu übernehmen und dazu beitragen, ein wenig Ordnung und Schönheit in das tägliche Leben zu bringen.
 
- Das war schon früher so und so wird es hoffentlich immer bleiben -
 
Der Verkehrsverein Fallingbostel e.V. wird in diesem 100. Jubiläumsjahr zusammen mit der Stadt, die ebenfalls ihre 50 Jahre Stadtrechte würdig begeht, das „Stadtfest 1999“ feiern.
 
Vom Verschönerungsverein von 1899 zum Verkehrsverein Fallingbostel e.V.
 
Am 20.4.1899 wurde unter dem Vorsitz von Kanzleirat Paul der Verschönerungsverein von 1899 gegründet. Seine Aufgabe sah man auch damals schon darin, den Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
 
Wann aus dem Verschönerungsverein der Verkehrsverein entstand, ist nicht bekannt. Allerdings ist in den Akten des Vereinsregisters vom Amtsgericht Walsrode zu lesen, daß die Satzung des Verkehrsvereins Fallingbostel in Fallingbostel am 28.1.1930 abgeändert wurde. Durch Beschluß der Mitgliederversammlung vom 27.3.1933 ist die Satzung wie folgt geändert: “Anstatt 40 Mitglieder ist 1/5 der Mitglieder zu setzen „. Das bedeutete, daß bei wichtigen Entscheidungen es genügte, wenn 1/5 der Gesamtmitglieder an der Abstimmung beteiligt waren.
Diese Satzung wurde am 19.6.1941 nochmals verändert.
 
Die heute noch gültige Satzung wurde am 8.März 1955 genehmigt. Sie wurde von Dr. Reinwein, Franz Pröhl, Otto Homann, Marie Eimers, Willi Rieke und Walter Röseler unterzeichnet.
 
Während des 2. Weltkrieges fehlen die konkreten Daten über den Verkehrsverein. Fest steht aber, daß sich der Verkehrsverein am 8. August 1946 zur ersten Sitzung wieder traf. Zu dieser Zeit waren weder Pensionen noch Fremdenbetten frei, denn durch die Beschlagnahme der Briten, durch Flüchtlinge und Vertriebene waren alle Betten belegt. 1948 standen lediglich 60 Betten für den Fremdenverkehr zur Verfügung. Durch die gemeinsamen Anstrengungen von Stadt und Kreis Fallingbostel gelang es, daß 1949 die Pension „Haus am Walde“ sich wieder ganz dem Fremdenverkehr widmen  konnte.
Das Ergebnis der ersten Nachkriegs – Fremdenverkehrssaison 1949 fiel gut aus: 11 000 kurtaxeflichtige Übernachtungen, 7000 Übernachtungen der Geschäftsreisenden und 6000 Übernachtungen in der Jugendherberge konnte Fallingbostel verbuchen.
 
Durch den Wiederaufbau des Fremdenverkehrs war es möglich, Arbeitsplätze zu schaffen.
Im Februar 1950 entschloß sich daher der Stadtrat, ein eigenes Verkehrsamt einzurichten, daß den Fremdenverkehr lenken sollte, Werbung machte und später die Kurtaxe, von der zwei Drittel an den Verkehrsverein abgeführt wurde, einzog.
Die wirtschaftliche Lage erlaubte vielen Gästen, nur einen kurzen, preisgünstigen Urlaub zu machen. Pensionen und Jugendherberge hatten Hochsaison. Um den Bedürfnissen nach günstigen Übernachtungen zu entsprechen, wurden im Garten der Jugendherberge Zwölf – Mann – Zelte aufgestellt, zu denen 1950 noch ein Großzelt für 50 bis 60 Wanderer hinzukam. Gäste aus England, Amerika, Schottland und Holland trafen sich in der Jugendherberge.
 
Der Verkehrsverein hatte 1968 insgesamt 212 Mitglieder. Die Zahl hat sich leider bis 1998 auf 104 Mitglieder reduziert. Unser Ziel ist es, neue Mitglieder zu gewinnen und zu begeistern, sich aktiv für Fallingbostel einzusetzen.
 
Aus der Blütezeit des Fremdenverkehrs
 
Bereits im vorigen Jahrhundert kamen die ersten Gäste nach Fallingbostel. Die Fremdenverkehrsbetriebe stellten sich gerne auf die Ansprüche der Großstädter ein. Gasthöfe und Pensionen entstanden neu oder wurden umgebaut und modernisiert. Der größte Teil der Gäste wurde von den Privatmietern aufgenommen. Gutes Essen und eine gepflegte Atmosphäre bei zivilen Preisen waren dabei eine Selbstverständlichkeit.
 
Ein beliebtes Ziel war das „Hotel zur Lieth“ und das um die Jahrhundertwende in Betrieb genommene Lieth -Cafe inmitten des Liethwaldes, zu dessen Entstehung der Verkehrsverein und Angehörige des Lieth – Clubs maßgeblichen Anteil hatten. Später kam dann noch die Waldkegelbahn, gelegen unter herrlich großen Bäumen, hinzu.
 
Schon bald konnte dieses Hotel dem Ansturm der vielen Gäste nicht mehr gerecht werden, versperrten doch die in großer Anzahl ankommenden „Benzinkutschen“ der Städter oftmals den gesamten Straßenzug.
Es öffneten das „Hotel zum Böhmetal“, „Villa am Walde“ (heute Haus am Walde), der „Fallingbosteler Hof“ und „Pension Neupert“. Weitere Pensionen folgten, wie „Pension Petersen“, „Böhmeschlößchen“, „Unter den Eichen“, „Schriebers Hof“, „Filters – Gasthaus“, „Haus Margarete“, „Villa Waldfrieden“, „Pension Becker „ und andere Einrichtungen.
 
Die Fremdenverkehrswerbung nahm ungeahnte Formen an. Ganz groß herausgebracht wurden die reichsweiten Rundfunkübertragungen anläßlich der germanischen Osterfeier bei den Sieben Steinhäusern. 1935 erreichte der Fremdenverkehr seinen Höhepunkt. Es gab zu dieser Zeit 4 Hotels, 8 Gasthäuser und 22 Pensionen mit rund 700 Betten. Die Einwohnerzahl betrug damals 2251 Personen, während 2310 Personen als Dauergäste zu verzeichnen waren. Allein 38 000 Übernachtungen sind zu verbuchen gewesen.
 
Im Jahre 1937 kamen an einem Fremdenverkehrssonntag im August fünf Sonderzüge mit je 1000 Menschen nach Fallingbostel, um „Ruhe und Erholung“ zu finden.
Durch die Inbetriebnahme des Truppenübungsplatzes konnten große Teile der Ausflugsgebiete, wie z.B. die des Achter – und Falkenberges nicht mehr besucht werden. Auch die Besichtigung der Sieben Steinhäuser war nur noch an bestimmten Tagen möglich. Am Touristen – Pavillon am Bahnhof wurde vom Verkehrsverein dafür extra ein Besichtigungsschein ausgestellt.
Nach und nach gingen die Besucherzahlen zurück und es wurde ruhiger. Die Kriegsjahre und die ersten Nachkriegsjahre brachten den Fremdenverkehr zum Erliegen, hatten der Gast und auch der Vermieter doch ganz andere Sorgen.
Erst mit der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1949 kam der Fremdenverkehr langsam wieder in gang.
 
Maßgeblichen Einfluß am Fremdenverkehr hatte August Freudenthal
Als Sohn Fallingbostels zeichnete sich im Besonderen der Dichter und Schriftsteller August Freudenthal aus. Er wurde am 2. Sept. 1851 in der Vogteistr. 16 in Fallingbostel geboren und starb am 6.8.1898 in Bremen.
 
Er trug im Wesentlichen zum steten Anstieg des Fremdenverkehrs bei.  Sein späteres Wirken in Bremen kam gerade unserer Region zugute.  Als Schriftleiter im Verlag Schünemann in Bremen veröffentlichte er viele Gedichte und Lieder aus unserer Heidelandschaft.
 
Viel Beachtung fand sein vierbändiges Werk "Heidefahrten“. Dieser Buchband machte ihn als „Fallingbosteler Heidedichter“ bekannt.
Den Brüdern Friedrich und August zu Ehren wurde an schönster Stelle des Lieth - Waldes hoch über dem Böhme-Flüßchen ein Denkmal gesetzt.
 
De Verschönerungsverein war maßgebend an der Errichtung des Freudenthal - Denkmals beteiligt.  An den Entstehungs- und Nachfolgekosten war der Verkehrsverein stark eingebunden.
Der Findling wurde unter großen Mühen bereits im Oktober 1921 zur Bestimmungsstelle geschafft. Auch die Granitsteingrotte gehörte zum Gesamtbild des Denkmals.
 
Allein die Sammlung brachte damals 4813,5o Mark ein. An Spendengeldern flossen u.a. auch Gelder des Vereins Niedersachsen in Bremen ein.
Am 18. August 1923 fand dann die große Einweihung statt. Unter großem Enthusiasmus und großer Anteilnahme wurde damals an vollen 2 Tagen ausgiebig gefeiert.
Auch heute noch lädt diese schöne Stätte zum Verweilen ein.
 
Eine schlimme Zeitepoche
- Die Inflationszeit von 1923 -
 
Wie alle Bürger in Deutschland hatte auch der Verkehrsverein unter der täglichen Geldentwertung zu leiden. Ob es nun die Kosten für die Werbung, die Neuanschaffung von Bänken und Papierkörben, Prospekten, Reparaturkosten an der Templinbrücke oder andere Dinge waren, keiner wußte so genau, wie es weiter gehen sollte.
 
Die genannten Preise von heute waren am nächsten Tag schon wieder sprunghaft angestiegen.
 
Der Vorstand kam wöchentlich mehrmals zusammen, um einigermaßen alles zu steuern. Beschlüsse wurden gefaßt und mußten über Nacht neu geordnet werden.
Auch die festen Kosten am Freudenthaldenkmal liefen davon und bei Fertigstellung am 18./19. August 1923 kam als Rechnungsbetrag die Summe von 200.274.116.418,96 Mark heraus.
Dabei kann im Vorfeld der schon lange Monate vorher gekaufte Findling mit 250 Mark als preiswert bezeichnet werden.
Interessant ist dabei auch eine schriftliche Aufzeichnung, in welcher der Architekt Behrens eine Forderung von 450 Goldmark an den Verkehrsverein erhebt, weil die bereits vorgenommene Überweisung von 143.000.000 Mark ihm von der Sparkasse angeblich nicht mitgeteilt wurde.
Diese Forderung wurde jedoch nicht erfüllt und da Herr Behrens auf den Gegenwert von 450 Goldmark hartnäckig bestand, wurde er aufgefordert, den Versammlungsraum zu verlassen.
Es war eine wirklich harte Zeit, denn am 16. August 1923 betrug der Wert von einer Goldmark immerhin 1.000.000 Mark Papiergeld.
1 US – Dollar kostete z.B. am 1.2.1923  41.500 Mark und 420 Milliarden am 3.11. 1923.
Die Dt. Notenpresse kam der Gelddruck - Tagesproduktion von 45 – 75 Milliarden schon Anfang Februar 1923 kaum nach. So kostete am 1. November 1923 1 Pfund Zucker 250 Milliarden und ein Pfund Fleisch 3,2 Billionen Mark.
Zum Glück hatte der Spuk am 15. November 1923 ein Ende und der Verkehrsverein konnte endlich wieder richtig planen und seine Arbeit fortsetzen.
Links: Auszug aus dem Protokollbuch des Verkehrsvereins
           Alte Papiergeld - Noten




Dr. Flebbe und seine „Gesundheitsquelle“
- ein Förderer des Fremdenverkehrs -
 
Anläßlich der Jahreshauptversammlung im Jahre 1922 erklärte Herr Hillebrecht, nicht wieder zur Wahl zum 1. Vorsitzenden anstehen zu können.
Er schlägt Herrn Dr. med. Flebbe vor. Diesem Vorschlag folgend wird Dr. Flebbe einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Die Aktivitäten nehmen gute Schritte an. Der alte Kassenbestand aus dem Vorjahr schloß mit 5,25 Mark ab. Durch Einnahmen von 2210,48 Mark und Ausgaben von 2209,85 Mark, blieb auch in diesem Jahr nur ein Bestand von 5,88 Mark übrig.
Durch Antrag an die Gemeindeverwaltung auf Überweisung von 75% der Fremdentagegelder wurden sodann 1418,25 Mark an den Verkehrsverein überwiesen.
Auf Grund der Beitragszahlungen ( je 1 Mark ) und freiwilliger Spenden konnte der Verkehrsverein doch gleich wieder sinnvolle Planungen durchführen.
Diese bestanden in erster Linie in der geplanten Anschaffung und Aufstellung von 10 – 12 neuen Bänken, der Ausbesserung alter Bänke, Sanierung der Schutzhütte auf der Albrechtshöhe, sowie einiger Brücken wie z.B. der Templinbrücke.
Die Erbauung und Herstellung des Tennisplatzes wurde an den Liethclub übergeben.
Laut Auszug aus dem alten Protokoll sollte der GESUNDBRUNNEN „gehörig“ in Stand gesetzt werden.
Das alte Bleirohr, welches einen frischen Trunk nicht mehr gewährleistete, sollte durch Erneuerung und Einbau eines verzinkten Eisenrohres umgestaltet werden. Auch das Geländer und die Grotte sollten neu angelegt und wesentlich verschönert werden.
Der Mühlenbesitzer Rubach trat hier in Erscheinung, stellte er doch viele Teile kostenlos zur Verfügung.
Die sprudelnde, klare Quelle in der Lieth wurde sehr aufwendig in Rohre gezwängt und in eine Grotte (längsseitig der Böhme) eingefaßt. An diesem „Gesundbrunnen“ wurde dann auch Dr. Flebbes Name angebracht. Viel später kam dann, abgeleitet vom Quellwasser, die Tretwasserstelle hinzu. Diese Anlage erfreute sich großer Beliebtheit.

Die Quelle und das Wassertretbecken sind seit Jahren nicht mehr vorhanden.
 
 
Mitten im schönen Liethwald: Der Hof der Heidmark
-Immer noch ein Magnet für unsere Gäste und Besucher –
 
Als im Jahre 1934 Planungen für den Bau des Truppenübungsplatzes anliefen, vermuteten die vielen Bewohner des großen Areals Böses. Trotz des Widerstandes, der in diesem Gebiet wohnenden 557 Familien mit ihren insgesamt 3635 Personen, erfolgte eine zwangsweise Umsiedlung.
Nach und nach wurden 21 Ortschaften und Siedlungen aufgelöst. Obwohl mehrerer Proteste und die Entsendung einer Protest - Delegation von ca. 90 Bauern nach Berlin stattfand, wurde am 18. März 1935 im Landwirtschaftsministerium allen Anwesenden mit Nachdruck das Gesetz zur allgemeinen Wehrpflicht erklärt, in welchem eine Gesamtstärke von 580 000 Mann beinhaltet war. Hieraus abgeleitet war die Anlegung des Truppenübungsplatzes. Auch das Reichserbhofgesetz, welches die Erhaltung der Bauerngeschlechter auf der Dt. Scholle garantierte, war außer Acht gelassen geworden.
Orte wie Aspeloh, Oberndorfmark, Ober- und Untereinzingen, Böstlingen, Fahrenholz und Ettenbostel, um nur einige zu nennen, gab es plötzlich nicht mehr.
Mächtige Gemeindeflächen - Einschnitte hatten auch Krelingen, Westenholz, Bockhorn, Fallingbostel und weitere kleinere, an der Westseite des Truppenübungsplatzes gelegenen Orte zu verzeichnen, als das „Platzgebiet“ 1936 teilweise seiner neuen Bestimmung übergeben wurde.
Leider fielen auch die schönen Erholungsgebiete um den Achter- und um den Falkenberg der neuen militärischen Nutzung zum Opfer.
 
Der Lehrer Hans Stuhlmacher hatte die Idee, ein altes Bauernhaus aus der Heidmark nach Fallingbostel zu versetzen. Als Gedenk- und Erinnerungsstätte anläßlich der erfolgten Umsiedlung wurde hierfür der Bokholtshof aus der Ostheidmark (naher der Sieben Steinhäuser) ausgewählt, dessen Erbauung in die Zeit um 1600 fiel.
Nach dem der Kreisausschuß den Plan Stuhlmachers befürwortete und somit der Weg für die Umsetzung des Hofes nach Fallingbostel frei war, schritten die Arbeiten voran.
Als dann endlich der „Hof der Heidmark“ an einer schönen Stelle des Liethwaldes im Dezember 1939 offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde, waren leider nur Funktionäre, Gauleiter, Bürgermeister und die Ortsbauernführer der aufgelösten Gemeinden eingeladen.
So brauchten die Funktionäre nicht um eine unliebsame Störung durch unzufriedene Bauern fürchten.
Während der Kriegszeit war der Hof der Öffentlichkeit nicht freigegeben.
Zu Beginn der 50ziger Jahre erlebte die Hofanlage eine neue Anziehungskraft, zählte man doch in der Hochsaison bis zu 3 000 Besucher täglich. In der Werbung des Fremdenverkehrs, auf Postkarten und Prospekten darf heute der „Hof der Heidmark“ nicht fehlen.
Diese Anlage kann auch heute noch besichtigt werden und wird zu besonderen Anlässen kultureller oder anderer Art freigegeben.
Der Verkehrsverein freut sich, bei seiner 100 – Jahr - Feier hier Gast sein zu dürfen!
 
Die Bootsstation in Fallingbostel entstand zu Beginn des Fremdenverkehrs
Heinrich Bunke war ein Tischler, der sein Handwerk verstand. Er baute nicht nur Truhen, die bis nach Argentinien geliefert wurden, sondern gründete auch 1903 die Bootsstation. Er erkannte sehr schnell, daß sich sein traumhaft gelegenes Grundstück an der Böhme eignete, Boote zu verleihen. Er fertigte die Ruder- und Paddelboote in der eignen Werkstatt an. Anfang des 60ziger kam zum Bootsverleih noch ein Minigolfplatz hinzu, der von Gästen und Einwohnern gerne genutzt wird. Der ruhige Ort lud und lädt zum Verweilen ein. Auch der Maler Vlademir Madic war oft Gast der Bootsstation. Es entstanden hier wunderschöne Aquarelle.
Von der „Badestelle“ in der Böhme zum Lieth – Bad
- Verkehrsverein leitet den Baubeginn ein -
 
 
Herrlich war die Zeit, in der man an heißen Sommertagen im Böhmeflüßchen baden konnte. Das Wasser war klar und kühl und es entwickelte sich ein reges Familien - Badeleben.
Es genügte ein langes Brett als „Sprungturm“. Als Dusche trat eine einfache Gießkanne in Erscheinung und eine Hütte diente als Umkleidekabine.
Als dann jährlich immer mehr Gäste nach Fallingbostel kamen und die Einwohnerzahl ständig zunahm, leitete der 1. Vorsitzende des Verkehrsvereins, Katasterdirektor Wilhelm Meyer, den Bau einer richtigen BADEANSTALT ein. Der Gemeinderat beschloß, ein idyllisch in der Lieth gelegenes Freibad zu bauen und so liefen die ersten Arbeiten schon 1929 an.
Dann endlich war es so weit. Im Rahmen einer großen Feier wurde am 1. Pfingsttag, dem 8. Juni 1930 das Freibad eingeweiht. Viele hundert Menschen aus allen Regionen nahmen daran teil, war es doch im weiten Umkreis das modernste Bad. Der Kostenaufwand betrug immerhin 52 000 Mark. Eine schöne Stange Geld, jedoch gut angelegt zum Gemeinwohl der Bürger und Gäste.
Es hatte neben einem Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken bereits einen 1 – Meter und  3 – Metersprungturm. Und auch die Planschbecken, Umkleidekabinen sowie die sanitären Einrichtungen waren geschaffen.
Ein Freibad modernster Art war der Öffentlichkeit übergeben und die Bürger nahmen dieses Geschenk gerne an und erfüllten es mit Leben.
In den 60ziger Jahren entschied man sich für eine Erweiterung und Modernisierung des Freibades. Auffälligste Merkmale waren die Trennung von Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, sowie die Errichtung eines neuen Umkleidegebäudes. Das neue Liethbad öffnete am 22. Mai 1966 seine Pforten für die Badegäste. 
Wegen der oftmals schlechten Sommertage ist das Freibad seit 1980 beheizt. Anfang der 90ziger Jahre wurde die Seepferdchen - Bucht eingeweiht und damit konnte die Attraktivität des Freibades für Familien und Kinder gesteigert werden.
Möge unser Freibad lange erhalten bleiben!
 
Feuerstühle und Autos verdrängen die Pferdekutschen
Ohne technischen Fortschritt wäre ein Wachstum des Fremdenverkehrs kaum möglich.
Durch den Anschluß an das Bahnnetz im Oktober 1896 war es erst möglich geworden, den Fremdenverkehr auszuweiten.
In sauberer Kleidung und trockenem Fuß reisten Gäste zum Verweilen in Fallingbostel an.
Die nähere Umgebung zu erkunden, war dann eine Wichtigkeit von hohem Stellenwert. War es zuerst die Pferdekutsche, welche die „Freizeitler" zum Achter – und zum Falkenberg, der Lönshütte oder gar zu den Sieben Steinhäusern brachte, so verdrängten das Fahrrad, das Motorrad (genannt "Feuerstuhl") oder das Auto mehr und mehr das altbewährte Fortbewegungsmittel Pferdekutsche.
Wurden bisher an die vielen Großstädter Fahrräder und Motorräder verkauft und verliehen, so führte Karl Finke mit seinen vier bis fünf Chauffeuren die Sommerfrischler zu jeder gewünschten Sehenswürdigkeit.
Natürlich mußte man ein wenig Zeit mitbringen, denn nicht selten kam es vor, daß sich eine Panne einstellte.
Lustig waren diese Fahrten jedoch allemal, denn es wurde oftmals zwischendurch ein gemütlicher Umtrunk in den Gaststätten eingenommen.
Außerdem konnten sich die Gäste darauf verlassen, nette Geschichten erzählt zu bekommen".
 
 
Auch diese Aktivität gehört zu den Aufgaben des Verkehrsvereins:
 
Aufstellung des Gedenksteines am 100. Todestages von Sebastian Kneipp
 
Als sich am 11. September 1951 unter dem Vereinsleiter Zahnarzt Dr. Reinwein 34 Personen im Hotel zum Böhmetal einfanden, wurde die Gründung des Kneipp – Vereins beschlossen.
1954 wurde Fallingbostel vom Deutschen Bäderverband zum Kneipp – Kurort ernannt und 1977 folgte die staatliche Anerkennung zum Kneipp – Heilbad.
Seit dieser Zeit haben viele 1000 Gäste den Weg nach Fallingbostel gefunden, um bei der Durchführung von Kuren gesund zu werden oder zu bleiben.
In diesem Zusammenhang soll besonders der Name „Mimi“ von der Wroge in der direkten Verbindung mit dem Kneipp – Verein hervorgehoben werden, zählte ihr Gästehaus „Unter den Eichen“ doch zu eines der ersten Kneipp – Kurheime unserer Stadt. Sie war es auch, die sich tatkräftig für das Kurwesen einsetzte.
Als im Jahre 1994 Frau von der Wroge verstarb, bestimmten die Familienmitglieder, die Spendengelder anläßlich ihrer Beisetzung zur Aufstellung des Gedenksteines „Sebastian Kneipp“ zu verwenden.
Mitglieder des Verkehrsvereins haben diesen Wunsch gerne erfüllt und so wurde am 17. Juni 1997 am Kurhaus durch Herrn Wreden vom Verkehrsverein und Kurdirektor Allermann der Gedenkstein in einer Feierstunde seiner Bestimmung übergeben.
 
Die nähere Umgebung per Fahrrad zu erkunden
- Ein besonderer Liebreiz –
 
Der Verkehrsverein verfolgt seit alters her mit kontinuierlichen Schritten, Fallingbostel und den Landkreis Soltau – Fallingbostel den Mitbürgern und Gästen näherzubringen.
Dabei wird natürlich in erster Linie die Gesundheit durch Bewegung gesehen. Wir wollen besonders die gute, klare Luft in unsrer Region erwähnen, die eine Stärkung der Lunge gewährleistet.
 
Bei allen Planungen wird stets das Ziel im Auge behalten, den sogenannten „Massentourismus“ vor unseren Toren zu lassen.
Naturliebende Menschen fühlen sich angezogen von den gut ausgearbeiteten Routen der Begleiter, die über Waldwege und verkehrsarme Zonen führen.
 
Fester Bestandteil seit nunmehr 10 Jahren sind die zweimal im Jahr stattfindenden Radtouren unter Einbindung der DAK – Fallingbostel.
Da im Durchschnitt zwischen 35 und 45 Kilometer auf dem „Drahtesel“ zurückgelegt werden, erfreuen sich diese Aktivitäten großer Beliebtheit, wobei die sogenannten Frühlingsfahrten gegenüber den Herbstfahrten den größeren Zuspruch haben.
 
Die Radwanderungen führten z.B. durch das Böhme – Allertal nach Hodenhagen, nach Soltau mit anschließender Fahrt mit dem alten Triebwagen „Ameisenbär“ bis Döhle, zum Serengetipark und Flughafen, zur Lönshütte, zu den Sieben Steinhäusern, zum Stichter See und zum Grundlosen See.
Besonders beliebt war die mehrstündige Schleusenfahrt auf der Aller in Hademsdorf und Marklendorf mit dem Fahrgastschiff „Wappen von Celle“.
Gemütlich ist das Kaffee trinken oder, nach erfolgreich beendeter Fahrt, das Abendessen in gemeinsamer Runde in immer wechselnden Gasthäusern Fallingbostels.
 
Ein besonderer Dank gilt der Firma „Finke & Meckert“, die regelmäßig die Radfahrer mit einem mit zwei Personen besetzten Pannenhilfewagen begleitet.
 
Diese schön ausgelegten Radwanderungen werden auch weiterhin ein fester Bestandteil sein.
 
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Fremdenzimmer zur Unterbringung von Evakuierten aus den zerbombten norddeutschen Großstädten herangezogen. 1945 suchten dann Heimatvertriebene und Flüchtlinge mit dem wenigen, das sie gerettet hatten, in Fallingbostel eine neue Heimat.  Im Vergleich zu 1930 hatte sich Fallingbostels Einwohnerzahl annähernd verdoppelt.  Viele Beherbergungsbetriebe waren zudem von den Briten besetzt.  An eine rasche Wiederaufnahme des Fremdenverkehrs war unter diesen Umständen nicht zu denken.  Dennoch war den Fallingbostelern klar, daß sie trotz aller Hindernisse den einst sehr einträglichen Wirtschaftszweig Fremdenverkehr wiederbeleben mußten - denn es gab am Ort keine Industrie, so daß Arbeitsplätze Mangelware waren.  Um dem Fremdenverkehr neue Impulse zu geben, wurde seit 1951 ein Weg verfolgt, der auf die Kräfte der Natur setzte und hervorragend in die landschaftlich schöne, Ruhe ausstrahlende Umgebung paßte.
 
Ein ständiger Sommergast, der Vorsitzender des Bremer Kneippvereins war, erkundigte sich, ob man nicht in Fallingbostel Kneippkuren einrichten könne?  Der Vorsitzende des Verkehrsvereins, der Zahnarzt Dr. Reinwein, nahm diese Anregung auf und wurde zum Motor der Kneipp-Idee in der Kreisstadt.  Es wurden Informationsfahrten unternommen und Gespräche geführt.  Das Ergebnis fiel günstig aus, denn der Kneipp-Bund e. V. Bad Wörishofen stellte fest, "daß Fallingbostel den hohen Anforderungen, die an ein Kneipp-Kurbad gestellt werden, in idealer Weise entspricht."
 
Am 11. September 1951 wurde der Kneipp-Verein Fallingbostel gegründet, der bereits vierzehn Tage später die ersten Fallingbosteler Kneipp-Tage veranstaltete.  Mit weiteren Informations- und Werbeabenden wurden Anhänger der Kneippschen Lehre unter den Pensionsinhabern und Ärzten gefunden.  Ein besonderes Engagement zeigte die Familie Wünning, die die von ihr seit 1924 betriebene Fremdenpension "Schriebers Hof" in großem Umfang für den Kneipp-Kurbetrieb umbaute.  In einem von Nebengebäuden und Wiesen umgebenen Bauernhaus im niedersächsischen Stil entstand neben den Gästezimmern mit 15 Betten eine Wandelhalle, an deren Westseite sich ein großes Wassertretbecken befand.  Geräumige Gußräume, Badekabinen für medizinische Vollbäder und entsprechende Ruheräume rundeten die Kneipp-Einrichtungen ab.
 
Mit der Eröffnung des Kneipp-Sanatoriums "Schriebers Hof" wurde am 15.  März 1952 nicht nur ein neuer Abschnitt in der Geschichte des Fallingbosteler Fremdenverkehrs, sondern auch der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt eingeleitet.  Denn der Erfolg stellte sich schnell ein:  Dem Beispiel von "Schriebers Hof“ folgten bald andere Betriebe.  Mit den Keipp-Sanatorien und -Kurheimen "Dr. Hartung", "Unter den Eichen", "Haus am Walde", "Haus Neupert" und "An der Lieth" sowie dem "Kurhotel Köning" verfügte die Kreisstadt über modern eingerichtete, leistungsfähige Betriebe.
 
Die Übernachtungszahlen in Fallingbostel stiegen steil an: Nach 27.000 Übernachtungen zählte man 1961 bereits 72.000 Übernachtungen, neun Jahre später waren es 98.000 Übernachtungen.  Hinzu kamen viele Tagesgäste, die seit der Vollendung der Autobahn 7 und dem Bau der A 27 verstärkt mit Bussen und eigenen Pkws nach Fallingbostel kamen.  Anerkennend sprachen sie sich über den "dörflichen Charakter" Fallingbostels aus und darüber, "daß der Ort sich bisher erfolgreich aus dem „Fremdenrummel“ herausgehalten habe." Fallingbostels Stadtväter sahen das ähnlich, denn Bürgermeister Homann
sprach von Fallingbostel als einem "Kurort im Grünen", der nicht den Ehrgeiz habe, ein kleines Pyrmont zu werden.
 
Der Kurort Fallingbostel sollte seinen beschaulichen Charakter abseits des Massentourismus bewahren.  Die Stadt war deshalb gefordert, Grünanlagen herzurichten, Wanderwege anzulegen und Ruhebänke aufzustellen.  Aus dem Böhmewiesen wurde der Kurpark gestaltet, der jetzt anstelle der einstigen „Sumpfmulde“ einen Platz zum stillen Verweilen und Promenieren bot.  Stolz nannten die Fallingbosteler ihn ihren "Naturkurpark".  Eine von zwei aus dem Zweiten Weltkrieg stehengebliebenen „Fluko - Baracken" verschandelte Fläche wurde zum Sebastian – Kneipp - Platz umgewandelt, und auf dem ehemaligen Friedhof auf dem Osterberg entstand eine weitere Grünanlage.  Seit 1963 wurden rund 70.0000 Quadratmeter Grünfläche geschaffen, mehr als 300 Bänke auf aufgestellt und ein Wanderwegenetz von über 100 Kilometer Länge ausgebaut.
 
 
Die Einführung der Kneipp - Kur verdankte Fallingbostel vor allem der privaten Initiative.  Die Aufnahme des Kurbetriebs vollzog sich ohne Inanspruchnahme öffentlicher Gelder.  Die Stadt unterstützte das Kneipp -Kurwesen jedoch, indem sie dem Antrag des Verkehrsvereins zustimmte, eine städtische Kurverwaltung einzurichten. Unter der Leitung des Stadtdirektors sollte die Kurverwaltung sämtliche Verwaltungsarbeiten erledigen, während sich der Verkehrsverein auf Werbemaßnahmen beschränken wollte.
 
Je mehr sich die finanzielle Situation der Kreisstadt infolge der geglückten Industrie- und Gewerbeansiedlungen seit Ende der 50er Jahre verbesserte, konnte daran gedacht werden, die Infrastruktur des Fremdenverkehrs und insbesondere des Kurwesens zu verbessern.  Als Mitte der 60er Jahre ein Gästeschwund befürchtet wurde, forderte der Leiter der Kurverwaltung, den Bau des projektierten Kurmittelhauses endlich zu verwirklichen.  Fallingbostel mußte attraktiver werden, um den Wettbewerb nicht nur mit den anderen deutschen Urlaubsorten, sondern auch mit den ausländischen Reisezielen bestehen zu können.  Werbung allein reichte nicht aus.  Ohne ein entsprechendes Leistungsangebot konnte kein neues Potential für den Heideort erschlossen werden.
 
Es war ein wichtiges Datum in der Fallingbosteler Fremdenverkehrsgeschichte, als 1966 das "Haus des Kurgastes" seiner Bestimmung übergeben werden konnte.  Die Geschäftszimmer der Kurverwaltung fanden in ihm ebenso Platz wie die medizinische Abteilung.  Die Kreis- und Stadtbücherei sowie die Sitz- und Liegegelegenheiten auf der Dachterrasse ermöglichten es dem Kurgast, seine Freizeit angenehm zu verbringen.  Die Notwendigkeit des Kurhausbaus zeigte sich auch darin, daß schon 1975 eine erhebliche Ausweitung der medizinischen Badeabteilung erforderlich wurde. 1985 wurde das Kurhaus in seiner heutigen Gestalt fertiggestellt.  Mit dem Veranstaltungssaal für bis zu 400 Personen empfiehlt es sich für Tagungen und Seminare.  Theateraufführungen und Konzerte mit bekannten Künstlern der heiteren und ernsten Muse finden ihr treues Publikum.  Eine wesentliche Steigerung der Übernachtungszahlen, die Mitte der 70er Jahre knapp unter 100.000 lagen, bewirkte die Ansiedlung der Kurklinik.  In der im Januar 1975 ihrer Bestimmung übergebenen Klinik werden rund 300 Patienten betreut.  Insbesondere als Fachklinik zur Anschlußheilbehandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen genießt die Klinik einen guten Ruf. Die Übenachtungszahlen Fallingbostels belaufen sich mittlerweile (Stand 1997) auf insgesamt 205.000, wovon 55.000 Übernachtungen auf die Klinik und 63.000 auf die Ortschaft Dorfmark entfallen, die seit der Gebietsreform des Jahres 1974 zur Stadt Fallingbostel gehört.
Welch ein Wandel hat sich in einhundert Jahren vollzogen!  Die Sommerfrische in der Heide mauserte ich zu einem der beliebtesten Urlaubs- und Ausflugsorte vor dem Zweiten Weltkrieg, überstand die Beeinträchtigungen durch die Kriegswirren und entwickelte sich zu einem modernen Kurort.  Die Erhebung Fallingbostels zur Fremdenverkehrsgemeinde (1936), die Ernennung zum Kneipp - Kurort durch den deutschen Bäderverband (1954) sowie die staatlichen Anerkennungen als Luftkurort (1975) und als Kneipp - Heilbad (1 977) zeigen, daß sich die Bemühungen, einen zeitgemäßen, gesundheitsbewussten Fremdenverkehr aufzubauen, gelohnt haben.
 
Der Fremdenverkehr in den 50ziger Jahren bis heute
 
Den Gästezustrom von damals haben wir heute leider nicht wieder erreicht. Dadurch mußten viele Hotels und Pensionen schließen. Heute existieren von den alten Einrichtungen nur noch „Haus am Walde“, „Unter den Eichen“ und die „Pension Petersen“, die seit 1919 die Gäste aufnimmt.
Viele Pensionen und Hotels gibt es nicht mehr oder sind abgerissen worden. Aus dem „Hotel zum Böhmetal“ entstand das China Restaurant Wang. Der „Fallingbosteler Hof“, einst Hotel für die gehobenen Ansprüche und weit bekannt, brannte leider ab. Der gebliebener Teil des „Fallingbosteler Hofs“ ist heute der „Alte Hof“. Die „Villa Waldfrieden“ in der Soltauer Str. 31 und Pension Becker im Amtsgarten sind heute Wohnhäuser. Pension „Schriebers Hof“ ist zum Altenheim umgewandelt worden.
 
Durch die Errichtung des Truppenübungsplatzes ist der Fremdenverkehr zurückgegangen. Durch den Schließlärm bei Tag und Nacht und durch die durch den Ort fahrenden Panzer haben wir uns Gäste vertrieben. Auch sind große Teile des Erholungsgebietes „Heide“ durch die Errichtung des Truppenübungsplatzes abgetrennt und verloren gegangen.
Zwar fahren heute keine Panzer mehr durch die Stadt und die Schießübungen sind reduziert, aber nach wie vor ist der Schießlärm eine große Belästigung für unsere Gäste.
Durch Kneipp und Schroth, durch die staatliche Annerkennung zum Luftkurort, durch die Ernennung zum Kneipp – Heilbad haben wir die Übernachtungszahlen steigern können. Große Anziehungskraft aber haben heute der „Vogelpark Walsrode“, der „Heidepark Soltau“ und der „Serengetipark Hodenhagen“, die auch Fallingbostels Betten füllen.
 
1922 erhielt Fallingbostel seine erste Jugendherberge auf dem Boden des Spasrkassennebengebäudes. Schon 1934 konnte sie 1648 Übernachtungen verzeichnen. Da die Übernachtngszahlen stetig stiegen und es an ausreichenden Unterkunftsmöglichkeiten fehlte, ließ Otto Homan 1937 die heutige Jugendherberge bauen. Von Juli bis Dezember 1937 stiegen die Übernachtungen auf 4165 an.
Nach wie vor ist die Jugendherberge in Fallingbostel sehr beliebt  und gut ausgelastet und ausgestattet. Jedes Zimmer hat einen eignen Sanitärbereich und für Familien gibt es einen eigenen Trakt. Die zufriedenen Jugendlichen sind unsere Gäste von morgen!
 
Der Kurbetrieb hat durch die Gesundheitsreform stark gelitten, so daß wir alle Kräfte und Ideen sammeln sollten, um diesen Bereich wieder anzukurbeln.
Zu begrüßen sind die vielen Eigeninitiativen der Vermieter, die durch Kutschfahrten und „Schafe scheren“, durch Besichtigungsfahrten mit den Gästen und eigenen Programmen positiven Beitrag zum Fremdenverkehr leisten.
Zusammen mit der Kurverwaltung bringt der Verkehrsverein einen neuen Kurenkatalog heraus und damit der Gast in Fallingbostel weiß, wo er sich informieren kann, läßt der Verkehrsverein auf die Infobox im Zentrum einen erleuchteten Info – Würfel bauen.

In der heutigen Zeit reicht es nicht mehr, gut zu sein. Jeder Gast sollte zufrieden abfahren und positiv über seinen Kur- oder Heideurlaub zu Hause berichten. Der Verkehrsverein kann und will sich noch steigern!
 
 
Die Vorsitzenden des Verkehrsvereins Fallingbostel:
Amtsgericht: Vereinsregister  30
 
Kanzleirat Paul:                             20.4.1899(Verschönerungsvereins) bis ?
Herr Hillebrecht:
Dr. Flebbe:                                    aktiv bis 1928
Katasterdirektor Wilhelm Meyer:   1929 – Juli 1933
Gutsbesitzer Helmut Becker:         aktiv bis April 1937  
 
-Krieg –
 
Bürgermeister Klamant
und Hotelier Hermann Schroer:     vom 8. August 1946 bis ?
Dr. Reinwein:                                 ohne Datum
Dr. Erwin Vollmar:                          bis Juni 1955
Otto Homann:                                Juli 1955 bis Juli 1957
Erich Hartmann:                             Juli 1957 bis Oktober 1963
Stadtdirektor Hans Dittmer:           November 1963 bis März 1973
Ingeborg Christensen:                   April 1973 bis September 1980
Horst Erben:                                  Oktober 1980 bis Februar 1999
Erika Bostelmann:                         ab März 1999
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